Donnerstag, 22. August 2013

Tag 28: Malmö

Sonntag. Vor genau 4 Wochen sind wir in Zankenhausen los gefahren. Wenn ich mir in Erinnerung rufe, was wir alles gemacht und gesehen haben, dann füllt das locker 4 Wochen. Auf der anderen Seite verging die Zeit wie im Fluge, 4 Wochen können sich sehr viel länger anfühlen, wenn ich da an letzten Sommer denke...
Ausgeschlafen war ich heute nicht. Ich bekam schließlich mit, daß draußen schon Lebenszeichen zu hören waren, Markus und Luzi hatten bereits unsere Koje verlassen. René lehnte von außen an unserem Eßzimmerfenster und ratschte mit Markus. Ganz gemütlich machten wir uns alle zum Frühstück auf der Veranda fertig und saßen dort eine ganze Weile. Luzi war glücklich, wieder die holländischen Schokostreusel auf ihrem Brot zu haben und verteilte diese natürlich großzügig um ihren Platz herum. Der Plan für den Tag wurde beschlossen, eine kleine Wanderung im Skrylle Naturpark nahe Södra Sandby mit BBQ. Wettertechnisch sah es nicht ganz so gut aus wie gestern, es zog allmählich zu und die ersten Regentropfen fielen. Also mal wieder die Regenklamotten eingepackt, dann gings los. Nach nur ein paar Minuten Fahrt waren wir schon da und kurz darauf bewegte sich die 9-köpfige Karawane in den Wald hinein. Olivia, die älteste 13-jährige Tochter von Lene und René, war zu Hause geblieben, was bei der jüngeren Hedvig (bald 10) für eine mittelschwere Krise sorgte. Sie wollte auch daheim bleiben, durfte dies aber nicht und bot eine exzellente "bockiges Mädchen" Show. Irgendwann kriegte sie sich dann doch wieder ein und hatte spätestens beim Herumklettern in einem Bach genau so viel Spaß wie Luzia und Didrik, der 6-Jährige und Jüngste.
Mit den beiden Mädels kam diesmal während ds gesamten Besuches nicht so ein enger Kontakt zustande wie die letzten Male, was zum Teil wohl auch daran lag, daß es ihnen noch unangenehm ist, sich in einer Fremdsprache zu verständigen. Mit Didrik ist das noch völlig unkompliziert, Sprache braucht es nicht, es wird einfach losgealbert und gespielt. Für Luzi war Didrik eh bald das Idol, ihm folgte sie auf Schritt und Tritt. Bog er in einen anderen Weg ab als alle anderen, konnte man sicher sein, daß sie ihm folgen würde und nicht uns. Ich freute mich zu sehen, wie schnell sie auch zu René Vertrauen fasste und wie selbstverständlich seine Hand nahm, wenn weder ich noch Markus grad neben ihr gingen. Sie plapperte auch wieder ununterbrochen ihr eigenes Schwedisch, herrlich!
Wir wanderten durch Wald, über Lichtungen, an moosbewachsenen Natursteinmauern entlang, über kleine Brücken und an dicht mit blühenden Seerosen bewachsenen Teichen vorbei. Überall wuchsen leckere Brombeeren, die unbedingt geerntet werden wollten. Wir ließen uns nicht zweimal bitten!
Verstreut in diesem Naturpark liegen etliche Grillplätze, die man zum Teil auch buchen kann bzw sollte. Die Größeren verfügen dann sogar über überdachte Sitzplätze.
René hatte für unser Mittagessen einen etwas geschützt unter Bäumen an einem Bach liegenden Platz auserkoren, der auch frei war. Prompt fing es zu regnen an, aber schließlich konnte Feuer gemacht werden und bald brutzelten die Würstel auf dem Rost. Die Kinder kletterten derweil am bzw. bald eher im Bach umeinander, Luzi steuerte jede Menge imaginäre geangelte Fische fürs Essen bei, aber als die ersten Hot Dogs servierfertig waren, kamen sie doch kurz mal zum essen vorbei. Der Regen hatte aufgehört, dass wir trotzdem ab und an eine Dusche anbekamen lag an den Bäumen über uns, die bei leichten Windstößen ihre nasse Last auf uns abschüttelten.
Kaum hatten wir alles wieder zusammengepackt, fing der Regen wieder an, hielt sich aber in Grenzen, so daß wir auch auf dem Rest des etwa 3 km langen mit Ameisenschildchen markierten Rundweges nicht wirklich nass wurden.
Zum Abschluß schauten wir noch ins Besucherzentrum des Parkes. Schon aussen war es sehr liebevoll gestaltet, aus Holz geschnitzte Tiere wie Wildschweine und Frischlinge, Füchse und Rehe standen auf der Wiese davor, Tafeln mit Fährten und Hinterlassenschaften verschiedenster Waldbewohner luden zum Raten ein und Kinder konnten durch einen hölzernen Dachsbau kriechen.
Es machte sich Kaffeedurst bemerkbar, also traten wir den Heimweg an wo zusammen mit Luzi auch noch die zahlreichen Spielsachen getestet werden mußten. Sie wußte kaum, wohin sie zuerst schauen sollte. Abends war es dann der Fernseher, der sie magisch anzog und zwar so stark, daß sie sich sogar ganz ohne initiale Begleitung durch uns alleine zu den größeren Kindern ins Wohnzimmer setzte, um Tinkerbell zu sehen. Diese Filme werden wohl eine unserer nächsten Anschaffungen.
Am Abend bekochte René uns lecker, wir leerten eine Flasche Rotwein und der Willi fand nach einer allgemeinen Kinder-ins-Bett-Verfrachtaktion auch noch Zuspruch.
Am nächsten Tag würde für die Kinder in Schweden die Schule wieder beginnen, Didrik startete in die Vorschule und René mußte nach 5 Wochen Urlaub auch wieder arbeiten. Allzu spät wurde es also heute nicht.

1 Kommentar:

  1. Oha, wir sind ja 4 Tage hinterher, hatte immer angenommen, Eure Erlebnisse "live" zu verfolgen und war jetzt sehr verwirrt, als Du vom Sonntag geschrieben hast. ;-)
    Bin ja auf Luzis "Schwedisch" gespannt, ob sie das noch kann, wenn Ihr wieder daheim seid?
    Viel Spaß weiterhin!

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