Donnerstag, 22. August 2013

Tag 29: Malmö

Die Sonne begrüßte uns nochmals an unserem letzten Tag in Malmö. Ich wurde allmählich von Aktivitäten vor dem Wohnwagen wach. Meine Familie war schon auf den Beinen, Luzia trabte mit Didrik um die Autos im Hof herum und Markus mit Ferdinand auf dem Arm sah dem Treiben belustigt zu.
Lene war noch da, sie begleitete etwas später Didrik zu seinem ersten Vorschultag, während wir uns an den schon gedeckten Frühstückstisch setzten. Bis wir tatsächlich Richtung Stadt rollten, dauerte es noch eine Weile. Gegen Mittag suchten wir einen möglichst zentrumsnahen Parkplatz und zogen zunächst auch das Einkaufszentrum gegenüber des Medeon Science Parkes, meinem damaligen Arbeitsort, in Erwägung.  Dort steht allerdings nur noch das Gebäude,  in dem damals unsere Büros und einige Labors waren. Der Trakt in dem sich der Magnet befand und in dem die klinischen Studien durchgeführt wurden, existiert nicht mehr. Komisches Gefühl irgendwie.
Wir fuhren doch noch ein Stück zentrumsnaher und parkten hinter der schönen Bibliothek. Zunächst galt es dann, eine oberzickige Luzia zu beruhigen. Ein Mini-Picknick im Kungsparken an dem Teich, der nachts farbig beleuchtet und in wabernden Nebel getaucht wird, mit Schokokeksen, einem Kaninchen und einer Entenmama mit Kleinen zauberte dann doch wieder ein Lächeln auf Luzis Gesicht. Wir konnten also weitergehen Richtung Stadtzentrum. Es war nach wie vor Festival, doch untertags konnte man sich halbwegs normal fortbewegen. Gestern hatten wir bei Lene und René etwas Pfiffiges gesehen, das wir nun in der Stadt jagen wollten. Ich hülle mich hier deshalb in geheimnisvolles Schweigen, weil wir mit diesem Teil beim nächsten Lagerfeuer Eindruck schinden wollen. Falls wir es jemals bekommen, denn in den uns empfohlenen Läden hatten wir leider keinen Erfolg. Dafür konnte ich im Geschäft namens "Cool Stuff" nicht widerstehen und mußte für meinen lieben Exmann ein Mitbringsel erwerben.
Peter, falls Du mitliest: Finger weg von jedwedem neuen Geek-Stuff bis ich Dir das Teil habe zukommen lassen, klar?
Bei meinem inzwischen etwas shoppingmüden Mann konnte ich anschließend gerade noch den Besuch zweier meiner damaligen Lieblingsläden durchsetzen. Panduro, ein super sortierter Bastelladen und Granit, schlichter und schöner Einrichtungskram. Mit ein paar Kleinigkeiten kam ich wieder raus und wir beendeten unsere Stadtrunde. Markus schien Zweifel daran zu haben, daß wir wirklich das gleiche Ziel hatten oder er misstraute meiner Orientierung, jedenfalls wandte er den Blick nicht von seinem Navi. Welch Glück, daß Malmö heutzutage nicht mehr zu Dänemark gehört ... da wäre er aufgeschmissen gewesen, irgendwie war ja das Nachbarland nicht im Navi geladen, was bei der Durchreise schon zu leichten Angstzuständen geführt hatte. Plötzlich hatte ich richtig Lust, noch durch Kopenhagen zu bummeln...
Wir kamen natürlich ohne Umwege beim Parkplatz an und steuerten unser nächstes Ziel.an, ein Shoppingcenter. Ja, kein Witz! Und Markus war freiwillig dabei, Ehrenwort!
Es war ja auch nicht irgendein Shoppingcenter,  sondern Emporia, 2012 eröffnet,  riesengroß, schon alleine durch seine Architektur bestechend und darüber hinaus mit einer Gartendachterrasse, die einen Rundblick über den Öresund von der Brücke bis zum Turning Torso bietet.
Ach ja, Geschäfte gibt es auch...ein bisserl musste ich noch stöbern, wir brauchten schließlich auch noch ein paar Mitbringsel. Die Zeit verging wie im Fluge und da wir abends nochmals bekocht werden sollten, lag uns schon daran, pünktlich zu Hause zu sein.
Es wurde ein weiterer leckerer und unterhaltsamer Abend, dafür sorgten schon alleine Luzi und Didrik. Ein Highlight war, als sie zusammen Fußball spielten, der wendige und geschickte Bengel und die schlaksige Luzi, die dauerkichernd seine Pässe erwartete und dann doch oft verfehlte. Als René Didrik dann noch ein Geschenk für Luzi gab, das sie aus Holland für sie mitgebracht hatten (3 Packerl mit verschiedenen Schokostreuseln, na Bravo!) war sie endgültig verzückt.
Sie setzte sich heute in einem Anfall von Mut sogar zu den anderen drei Kindern an deren eigenen Tisch.
Später am Abend, als wir einen Schwung etwas überdrehter Kinder ins Bett verfrachtet hatten, kam die Frage auf, welchen Weg wir am nächsten Tag zurück nach Deutschland fahren wollten. Im Laufe der Diskussion hörte sich Renés Vorschlag, die Fähre von Trelleborg nach Rostock zu nehmen, immer besser an. Er recherchierte das gleich für uns und fand ein preislich sehr faires Angebot, das auch nicht teurer war als Brückenmaut und Spritkosten für die längere Strecke über Dänemark. Wir buchten, gönnten uns gleich noch eine Kabine dazu, die mit 42 EUR für die 6-stündige Überfahrt auch völlig in Ordnung war und fingen an, uns aufs Schifferl fahren zu freuen.
Von Lene verabschiedeten wir uns schon am Abend, sie würde frühmorgens wieder ihren Dienst im Krankenhaus als Neonatologin antreten. René wollte etwas später in die Arbeit fahren, ihn würden wir morgens noch sehen.
Puhhh, so allmählich realisieren wir, daß der Urlaub sich dem Ende neigt!

3 Kommentare:

  1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

    AntwortenLöschen
  2. Wann darf ich zum Grillen kommen (ich gehe davon aus, dass Du dieses geheimnisvolle Teil bekommen hast)? Und die Geschenke, die Ihr ja zuhauf eingekauft habt müssen ja auch abgeholt werden... :-)

    AntwortenLöschen
  3. Noch haben wir das geheimnisvolle Teil nicht, aber eine Quelle wurde inzwischen identifiziert ;).

    AntwortenLöschen