Markus und ich hatten unsere verbleibenden Urlaubstage (wo zum Geier sind die eigentlich alle hin???) nochmal durchgerechnet und waren zu dem Schluß gekommen, daß wir unserer Nachbarin eine weitere Sorgenfalte bereiten und eine dritte Nacht hier bleiben wollten. Wir konnten uns also noch eine zweite Tour am Kullaberg vornehmen, wollten diesmal aber mit dem Auto hinfahren und dann vom einem Parkplatz losmarschieren.
Vorher stand für Markus noch eine harte Prüfung an: Iittala Outlet hieß das Schreckenswort. Letztlich war es dann er, der eine Pfanne erstand, während ich den teils wunderschönen Porzellansachen widerstand, da selbst die Outletpreise noch schmerzhaft hoch waren. Einen Mittagsimbiß nahmen wir nochmal am Campingplaz ein und fanden bei unserer Rückkehr den gut unterm Wohnwagen versteckten Müllbeutel in sämtliche Einzelteile zerlegt im Umkreis von 10 m wieder. Ferdis Stinkewindel war immerhin nach wie vor kompakt zusammengewickelt.
Es regnete heute immer wieder einmal und die Tour von gestern steckte uns schon noch in den Knochen, aber wenn man schon mal an solch einem schönen Ort ist, dann möchte man doch so viele Eindrücke wie möglich mitnehmen. Mich reizte die Wanderung zu einem Werk des Künstlers Lars Vilks, der Anfang der 80iger Jahre ohne Genehmigung des Landeigners aus Schwemmholz ein Turmobjekt unterhalb der Klippen am nordöstlichen Ufer des Kullaberges errichtet hat. Das Teil ist bis zu 12 m hoch und wird in den Parkführern nicht offiziell als Sehenswürdigkeit genannt, zieht aber zahlreiche Besucher an. Inzwischen wurde der Weg dorthin in ähnlicher Weise markiert wie andere Pfade auf dem Berg. Es gilt einem gelben N für "Nimis" (= zu viel, so der Name des Objektes) zu folgen.
Natürlich fanden wir zunächst nicht einmal den Weg zum nächstgelegenen Parkplatz und waren schon schwer versucht, doch zurück zum Wohnwagen zu fahren und ins Bett zu fallen. Dann rafften wir uns aber doch auf, fanden den Platz, ließen uns auch nicht von Luzias Trotzanfall irritieren, der uns allerdings noch eine Weile in Parkplatznähe festhielt und machten uns auf die Suche nach Nimis.
Ein erstes "N" war schnell gefunden, dann länger nichts. Kaum hatten wir einen alten Grabring aus Felsbrocken hinter uns gelassen und waren einen steilen Abhang hinuntergeturnt in einen wirklich sehr schönen, lichten Laubwald mit lediglich Grasbewuchs am Boden, sonst keinen anderen Pflanzen, dämmerte uns, daß das nicht der richtige Weg sein konnte. Wir gingen genau in Richtung Südküste. Also alle Mann wieder raufgekraxelt und im Grabring erst mal Google befragt. Tatsächlich hatte sich jemand die Mühe gemacht und eine Karte der Umgebung erstellt plus Beschreibung der Route. Die Karte lud nicht, aber die Beschreibung reichte aus, uns auf den richtigen Weg zu bringen. Warum wir es trotzdem nicht bis zu Nimis schafften, lag ausnahmsweise nicht an mangelnder Orientierung. Es war dann das regnerische Wetter, das den steilen Abstiegauf dem vielleicht letzten Drittel des Weges zu gefährlich machte mit Luzi an der Hand und Ferdi auf dem Rücken. Die Steine waren rutschig und die Erde dazwischen sorgte auch nicht gerade für festen Halt. Wir hatten zwar andere Wanderer mit teils atemberaubend spärlichem Schuhwerk gesehen (Stichwort lila Ballerinas) und die kamen sogar wohlbehalten wieder zurück, dennoch war es uns zu riskant. Mit einer motzigen Luzi, die zwar auch vor der Kehrtwende schon nicht mehr laufen konnte bzw. wollte, nun aber plötzlich doch fit genug zum weiter gehen war und den Rückweg verweigerte, kletterten wir wieder hoch, guckten uns noch die hübschen Island Pferde an, die dort auf einer Weide standen, und kamen kurz darauf wieder am Auto an. Mit noch fix erbeuteten Grillwürsteln gings zum Campingplatz zurück, genau dann fing es an zu regnen. Das hielt uns vom Grillen nicht ab, gegessen wurde halt drinnen. Und von da beobachteten wir nicht ohne Belustigung, wie ein neues Gespann einen Stellplatz suchte und sich parallel zu uns, also ebenso falsch, hinstellte. Auch nach unserer Abreise würde die Ordnung auf diesem Platz also noch nicht wieder hergestellt sein.
Mittwoch, 21. August 2013
Tag 26: Kullaberg light
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Ooohhh, herzzerreißend, das Foto von Luzi, sie sieht wahrlich nicht glücklich aus.
AntwortenLöschenUnd wer war schuld an der Müllzerstreuung, die Nachbarin oder ein Wildtier?
Den Müll dürften die Krähen verteilt haben, den Kaninchen und sogar der Nachbarin trau ichs nicht zu ;)
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