Sonne, Meer, Strand, dieser unverkennbare salzige Geruch, einfach herrlich!
Ich begrüßte bei einem kleinen Strandspaziergang die Kormorane, die auf strandnahen kleinen Felsen im Meer hockten. Auf dem Rückweg begegneten mir noch die ersten von vielen Karnickeln, die den Platz mit uns teilten, wieder einmal Urlaubsidyll.
Der Tag sollte es allerdings noch so richtig in sich haben.
Nach dem Frühstück schraubte Markus die Räder vom Auto und fahrtauglich zusammen. Eine kurze Recherche hatte ergeben, daß ca. 10 km von hier das Örtchen Mölle am Fuß des Kullabergs liegt. Bis dahin wollten wir radeln und dann zu Fuß den Berg erobern. Gesagt getan, allerdings verhedderten wir uns eine Weile im Fahrradweggewirr von Höganäs, fuhren gefühlt in jede Sackgasse einmal rein und in jeden Winkel des dortigen Industriegebietes. Immerhin wusste ich dann schon mal, wo die Iittala-Outlet ist, die ich mir noch anschauen wollte. Höganäs ist eine Keramikstadt und alle Porzellan- und auch Glaslabels, die in Skandinavien Rang und Namen haben, tummeln sich hier.
Daß der Radlweg so nah wie möglich am Meer entlang führt, darauf hätten wir im Grunde selber kommen können. Schließlich waren wir auf dem rechten Weg nach Mölle und bis auf wenige "Wird mir kalt" Beschwerden aus der zweiten Reihe hinter mir, die ich meist mit "tritt mehr in die Pedale, dann wirds dir warm", ging es allen bestens. Halb zwei rollten wir in den kleinen Hafen von Mölle ein und ließen uns dort für eine Brotzeit nieder. Gegen 15h marschierten wir endlich oberhalb des Ortes los auf einer der farblich markierten Routen. Wir ließen Luzia die roten Punkte auf dem Wanderweg suchen, die mal an Bäume gemalt, mal auf Felsen gepinselt waren. Das machte ihr riesig Spaß und sie war sichtlich stolz, daß sie den richtigen Weg für uns fand und uns sicher durch Wald und Wiesen führte.
Es ging zeitweise recht steil über Felsen nach oben und wieder runter, dann auch mal länger eben durch dichten Wald und Dickicht. Wir kamen an knorrigen alten, sehr beeindruckenden Eichen vorbei, die aussahen, als wären sie der Kulisse aus Sleepy Hollow entsprungen. Es folgten Abschnitte mit luftigem Birkenwald und auch immer wieder Lichtungen mit Gras- und Brombeerbewuchs und schönen Ausblicken aufs Meer. Wir näherten uns allmählich der Spitze der Halbinsel und dem großen Leuchtturm, der schon seit einer Weile immer wieder zu sehen war. Nach einem Marsch von 2 Stunden waren wir da, wo weniger Ambitionierte einfach mit dem Auto hinfahren, am Fuße des Leuchtturmes, hinter dem die Klippen steil aber kletterbar ins Meer hinunterfallen.
Das Eis des Tages hatten wir uns schon mehr als verdient! Kurz darauf machte der Kiosk auch schon die Schotten dicht für den Tag, grad nochmal Glück gehabt!
Den Leuchtturm nahmen wir anschließend noch aus der Nähe unter die Lupe, ebenso eine kleine Ausstellung, Naturum, die ich schon in ein paar Naturparks in dieser Form gesehen habe. Informationen zu Flora und Fauna, Broschüren zu Wanderwegen und Sehenswürdigkeiten, kurze Filme über den jeweiligen Park und seine Besonderheiten und hier sogar ein Meeresstreichelzoo mit einheimischen Bewohnern. Ein wenig Zeit nahmen wir uns noch, um auf den Felsen der Inselspitze herumzuklettern, aber hinunter ans Meer schafften wir es nicht mehr. Den uns bevorstehenden Rückweg hatte ich bisher verdrängen können, aber nun meldete sich doch der Verstand. Es war gegen 18h, selbst wenn wir zurück auf der Straße und nicht auf verschlungenen Pfaden wanderten, würden wir kaum vor 19:30h in Mölle ankommen und dann standen uns noch 10 km auf dem Radl bevor. Es kam dann auch wie es kommen musste, Luzi weigerte sich bald zu laufen und konnte nur noch ein kleines Stück mit allen möglichen Tricks zum weitergehen motiviert werden. Irgendwann war Schluß und Markus nahm sie auf die Schultern. So kamen wir glücklich bei den Rädern an, wo es das nächste Problem zu lösen galt. Unsere große Kleine war so müde, daß wir es nicht mehr riskieren wollten, sie aufs Fahrrad zu setzen. Sie wäre uns vermutlich irgendwo heruntergeplumpst. Also wurde Ferdinand, der wie ein Äffchen im Bondolino auf meinem Rücken hing, dort gelassen und er bekam kurzerhand nur den Fahrradhelm verpasst, Markus baute den Fahrradsitz zurück auf Luzigröße und so strampelten wir heim. Nicht ganz im Sinne der Sicherheit, aber glücklicherweise ging es gut und wir kamen mit zwei schlafenden Kindern gegen 20h am Wohnwagen an, sicher genauestens beobachtet von unserer bezaubernden Nachbarin.
Abendessen wurde ein schnell gekochter Topf Nudeln mit Salat, bevor es für die Erwachsenen an die dritte Triathlondisziplin ging: ausgiebiges Warmduschen!
Montag, 19. August 2013
Tag 25: Triathlon am Kullaberg
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Ui, was für eine Tour, da hattet Ihr das Warmduschen redlich verdient.
AntwortenLöschenDanke für die wie immer sehr schönen Bilder, da kommt Urlaubsstimmung auf!
Danke Schwesterherz! Freu mich immer, daß Du so fleißig Kommentare schreibst ;).
LöschenBussi!
Aber sehr gerne! Bietet sich bei diesen tollen Berichten auch an, freu mich jeden Tag auf die nächste Episode!
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