Donnerstag, 8. August 2013

Tag 18: Stockholm, wir kommen!

Wir verbrachten den Vormittag noch bei Marie und Mats, da wir den Mädels versprochen hatten, sie würden sich Mittags nochmal sehen. Es fing allmählich an zu regnen, als wir unsere Wäsche und alles, was wir sonst so im Haus verteilt hatten, wieder verstauten. Fast wäre eine Katastrophe passiert und wir hätten Luzis Delfin, das Schleich-Tier, das sie sich im Zoo als Erinnerung ausgesucht hatte, im Wohnzimmer liegen lassen.
Auf der Strecke versuchte ich, den besten von den wenig angepriesenen Campingplätzen in unmittelbarer Stockholmnähe zu identifizieren. Während unserer Mittagspause kurz vor Eskilstuna bei einem Fastfood-Thai buchte ich einen Stellplatz in Bredäng, ca. 10 km vor Stockholm. Wir fuhren fast die ganze Strecke durch den Regen und beschlossen kurz nach der Ankunft, dem nahe gelegenen IKEA und MediaMarkt noch einen Besuch abzustatten. Wir entschieden uns gegen den Kauf einer Elektrokochplatte (war mal die Überlegung, um Gas zu sparen, da deutsche Gasflaschen hier nicht überall nachgefüllt werden), aber die Investition von 40 EUR für etwas, das wir nur von zu Hause hätten mitnehmen müssen, war uns dann doch zu hoch. Im IKEA konnte man sich glatt verlaufen, drei Ebenen bin auch ich als sonst absolut IKEA Ortskundige nicht gewohnt. Wenn ich es richtig verstanden habe, handelt es sich hier aber um den größten Laden überhaupt.  Ich musste mal wieder feststellen, daß Markus und ich vollkommen unterschiedliche Geschmäcker haben. Was mir gefiel fand er zu 100% unmöglich. Wie haben wir es jemals geschafft, ein gemeinsames Haus zu bauen und einzurichten?
Abendessen fand auch gleich im schwedischen Möbelhaus statt, Köttbullar für alle!


Bei Rückkehr zum Campingplatz wurden wir zum Abschluss des Tages gründlich geduscht, als wir zum allerersten Mal unser Vorzelt aufbauten. Ich hatte halt gedacht, es wäre schlau, ein trockenes Vorzimmer zu haben für triefende Schuhe und alles andere, das nicht die Kriterien zum Wohnwagenbetreten erfüllt. Zu meiner Verteidigung möchte ich an dieser Stelle noch erwähnen, daß ich bereits vor Abfahrt zu Hause die Idee in den Raum gestellt habe, mal einen Probeaufbau zu machen. Dies wurde allerdings wiederholt abgelehnt. Nun also auf die harte Tour. Vermutlich machten wir uns total zum Affen, wie wir da ohne Anleitung und ohne jede Ahnung dieses Zelt natürlich zuerst falsch herum in die Schiene am Wohnwagen einfädelten, den Fehler immerhin bemerkten, und mit mäßigem Erfolg versuchten, Heringe stabil im nassen Boden zu verankern. Wir zweifelten immer mal wieder, ob die Konstruktion grundsätzlich richtig herum war, fanden ganz zum Schluß noch offene Gurte, die,  schließt man sie in einer frühen Phase des Aufbaus, dem Zelt eine schöne Form und der Eingangstür eine Markus-kompatible Durchgangshöhe verleihen. Die blieben nun offen, genau wie unzählige Ösen und Klettverschlüsse. Ich schreibe das grad auf, nachdem das Zelt ein paar Tage brav stehen geblieben ist und mittlerweile wieder abgebaut wurde und kann kaum glauben, daß das so funktioniert hat. Inzwischen hab ich die Anleitung für das Zelt ergoogelt und wir wissen jetzt immerhin, daß es noch Anpressstangen für die Seitenteile gebraucht hätte "für einen schönen Abschluss zum Wohnwagen hin", die haben wir allerdings bis jetzt noch nicht mal gefunden. Im Nachbarwohnwagen, wieder einer aus der Kategorie Bilder an den Wänden und Eiche rustikal Flair, saß während unserer verzweifelten Bemühungen eine lustige Rentnerrunde und hatte vermutlich ihren Spaß.
Ferdinand schrie sich unterdessen in den Schlaf und Luzi pfiffen wir mit Mühe immer wieder so zurück,  daß sie im Wohnwagen blieb und nicht zwischen unseren Füßen herumstolperte. Meine Regenjacke hatte danach locker das doppelte Gewicht und meine Jeans troff. Umso gemütlicher war es schließlich drinnen, mit dem Trommeln der Tropfen auf dem Dach ... zumindest in der Theorie, es hatte nämlich inzwischen zu regnen aufgehört.

1 Kommentar:

  1. hmmm, da habe ich jetzt irgendwie einen InterRail-Flashback, wenn ich das mit dem Vorzelt so lese. Herrlich!

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