Montag, 5. August 2013

Tag 15: Kolmården Zoo

Wie gestern angekündigt war heute ein Zoobesuch geplant, und zwar im Kolmården Tierpark. Das Wetter passte perfekt, die Laune war gut und so marschierten wir wie fast immer am eher späten Vormittag auf den großen Eingang des Kolmården Zoos zu.
Schon dieser Eingangsbereich erinnerte mich stark an amerikanische Tier- und Vergnügungsparks, und das im positiven Sinne. Alles großzügig, freundlich, perfekt zum Thema passend dekoriert und einladend. So ging es drinnen auch die ganze Zeit weiter, von den Tigerspuren auf den Wegen in Tiger World über die in allen Zoobereichen mit passender Tierfelloptik versehenen Mülleimer bis zum kurzweilig gestalteten Anstehbereich bei der Safari. Überall Liebe zum Detail, was man gerade mit einer Dreijährigen Tochter merkt, die die kleinsten Kleinigkeiten entdeckt.

Dieser Zoo hat nicht zum Ziel, eine möglichst große Anzahl verschiedener Tierarten zu präsentieren, so findet man z.B. kein einziges Insekt, auch Reptilien, Amphibien, Fische und noch einige mehr sucht man vergebens. Stattdessen hat man sich auf Besucher anziehende Tiere konzentriert und präsentiert diese dafür in bestechender Art und Weise. Wenn ich Tiger in Gefangenschaft wäre, dann würde ich Kolmården ganz oben auf meiner Wunschliste der besten Gefängnisse führen. Auch als Braunbär, Giraffe, Löwe oder Schimpanse ginge es mir hier recht gut. Einzig bei den Delfinen fühlte ich mich hin- und hergerissen. Mich ziehen diese Tiere besonders an und der Effekt, dass ich mich kaum mehr losreißen konnte, der trat auch hier wieder ein. Andererseits zerreißt es mir nahezu das Herz, wenn ich die für diese schnellen Schwimmer so klein bemessenen und dann teils auch noch unter Dach – sprich ohne Tageslicht – befindlichen Becken sehe. Dazu dann später noch mehr.

Zunächst sahen wir uns nämlich die Raubvogelshow an. Toll gemacht war das, die Tierpfleger, die die Show zeigten, waren allesamt in mittelalterlich wirkende Jagdoutfits gekleidet, es wurde, allerdings nur auf Schwedisch, einiges über die verschiedenen Vögel erzählt, die ihre Flugkünste vorführten und dann, gleich zu Anfang, kam ein großes Exemplar wie zufällig aus dem Wald neben dem Gehege geflogen, glitt über die Zuschauer und landete knapp hinter ihnen. Das war irre toll gemacht, daß die Vögel so überraschend zwischen den Bäumen hervorrauschten und auch genau so wieder verschwanden.

Vermutlich hatten wir nach dieser Vorstellung schon die Sonnendosis für den ganzen Tag getankt, hatte ich schon erwähnt, daß das Wetter wieder mehr als perfekt war?

Als nächstes gingen wir auf Tigerjagd und streiften einige Male am Gehege vorbei, erst unten, sozusagen als Beobachter aus der Dunkelheit, in einem verglasten Gang, dann noch ein Stockwerk höher, von einer Art Terrasse von oben in den Dschungel hinein. Nach einer Weile entdeckten wir ein paar der dösenden Riesenkatzen auf verschiedenen Felsen. Mehr als ein Ohrenzucken war nicht zu sehen. Später sollte es Informationen zu den Tigern geben, wir wollten dann noch einmal hinschauen.

Gleich im Anschluß an Tiger World lag die Marine World, die als Hauptattraktion die Delfine zeigt. Außerdem und für Luzi mindestens ebenso interessant gab es eine kleine Achterbahn, die für Zwerge ab knapp 1m Körpergröße freigegeben war. Die mußten wir natürlich fahren! Tapfer war meine Maus, das Ding in Form eines langen Delfins sauste ganz schön los und vor allem in den Kurven war Power drin. Ganz geheuer war es ihr aber nicht, was vor allem daran zu merken war, daß sie keine Wiederholung verlangte.

Und dann stellten wir uns für die erste Show des Tages an. Tatsächlich lag das Becken dafür in einer sehr abgedunkelten Halle, die hatten dort eine richtige Hightechshow kreiert, mit großer Leinwand, auf die verschiedene Szenarien (von Weltraum über Vulkanausbrüche bis Unterwasserlandschaften) projiziert wurden. Das Ganze noch mit der passenden Musik und dann noch die Delfine, war schon faszinierend. Obwohl ich mich angesichts meiner Kinder, für die das Ganze streckenweise doch etwas laut und unruhig war, schon fragte, wie die Tiere dies empfinden.

Nach der Show besuchten wir noch die sogenannte Lagune, in der die Delfine durch eine Scheibe auch unter Wasser zu beobachten sind und wo man sich auf eine der zahlreichen Bänke setzen und ihnen einfach in Ruhe zuschauen kann. Hier war es sehr beeindruckend zu sehen, wie die Delfine vor allem mit Kindern interagierten, wie sie zu ihnen an die Scheibe kamen, sie von Scheibe zu Scheibe verfolgten und auch mal ganz ruhig einige Zeit verharrten. Und als Luzia offenbar auch schon in den Bann dieser herrlichen Tiere gezogen wurde, gar nicht mehr von der Scheibe wich und auch dann begeistert blieb, als ein nicht so kleiner Delfin bei ihr an der Scheibe blieb, dabei senkrecht im Wasser stand und um einiges größer war als mein kleines Mädel, da bekam ich eine Gänsehaut und mir stiegen tatsächlich Tränen in die Augen.


Schweren Herzens rissen wir uns wieder los, denn wir mußten ja noch schauen, ob der Tiger aufgewacht war. In der Tat stand eine Tierpflegerin im unteren Besuchertunnel an einer Scheibe und erzählte etwas über diese Tiere. Sie hatte auch kleine Fleischhäppchen bei sich und es dauerte nicht lange, da näherte sich die erste Katze. Boahh, wenn so ein Kaliber mal nur durch eine Glasscheibe getrennt vor einem steht, da kann es einem schon mal kalt den Rücken hinunter laufen. Kurze Zeit später kam Nummer 2 majestätisch in diesem typischen Raubkatzengang angeschitten und holte sich auch ein paar Leckerbissen, durch ein Gitter aus der Hand der Pflegerin gereicht. Ein dritter Tiger näherte sich auch noch, Nummer 4 blieb in einiger Entfernung im Schatten auf einem Felsen liegen und die anderen beiden, die angeblich auch noch irgendwo sein sollten, hatten sich sehr gut versteckt.

Von Indien reisten wir in kürzester Zeit nach Afrika, um eine Safari zu machen. Und das war dann wirklich ein weiteres Highlight! Auf uns wartete die Gondel eines Skiliftes, der eine Idee mehr vergittert war, als dies in den bayrischen oder österreichischen Alpen der Fall ist. Damit ging es auf eine 30-minütige Reise über die wirklich großen Gehege nicht nur afrikanischer Tiere. Mit am eindrucksvollsten waren die Braunbären, von denen sich einige in einem nicht leicht überschaubaren Waldgebiet tummelten, dort über Wege spazierten, in einem Teich badeten oder einfach unter einem Baum saßen und dösten. Die Gondel schwebte zum Teil sogar recht dicht über den Bären, die sich davon nicht im Geringsten stören ließen, man hatte den Eindruck, sie hätten uns gar nicht bemerkt. Steinböcke mit Jungtieren gab es, dann natürlich auch Elche und Rotwild, verschiedene Antilopen, Giraffen, Zebras, Büffel und dann die Löwen. Als wir sie schließlich entdeckt hatten, machten sie das, was Löwen den größten Teil des Tages machen: sie dösten!
Wir waren sehr begeistert von dieser Art der Tierbeobachtung, man steht nicht vor einem Zaun, Graben oder einer Scheibe, sieht kein Ende des Geheges, man schwebt langsam über die Tiere hinweg und hat die Illusion, dass man sie in Freiheit beobachtet.
Was allerding recht krass war, war das Gefühl, das schon irgendwo mal erlebt zu haben. Als wir dann unten die Zufahrt zu einem der Gehege sahen, fiel es uns ein: Jurassic Parc! Da hockte man in netten kleinen Autos, hatte einen Audio Guide, der einem erzählte, wer da wohnt, wo gerade angehalten wird. Den Audioguide hatten wir auch, dazu ein Gefährt, das wir nicht beeinflussen konnten und dann sahen wir unten die Zufahrt zu einem der Gehege: original Jurassic Parc!!! Wir sahen uns schon durchs Bärengehege zum Ausgang irren, nachdem der Skilift ein technisches Problem..............
Alles ging gut und wir gingen später sogar noch ein zweites Mal auf Safari, weils so schön war!

 
Zunächst galt es allerdings noch eine Audienz wahrzunehmen. Es gibt derzeit einen Babyelefanten dort im Zoo, der jeden Tag bis 16h der Öffentlichkeit gezeigt wird. Wir also hingesaust, war schon etwas knapp von der Zeit her. Da lag das Elefäntchen unter zwei Elefantenkühen und schlief. Wir fragten uns, wie das mit 16h nun gemeint sein könnte...nunja, mit dem Glockenschlag kamen zwei Wärter, scheuchten das Trio liebevoll auf und geleiteten das Kleine in sein uneinsehbares Schlafgemach.




Nun hatten wir endlich Zeit für die Schimpansen und Gorillas. Bei den Schimpansen saßen wir eine ganze Weile, wir mussten das Eis des Tages zu uns nehmen, Markus und ich freuten uns auf einen Kaffee und Luzi, genau, auf Eis. Die haben das dort clever gemacht, direkt am Schimpansengehege wurde eine Holztribüne mit lauter Sitzgelegenheiten geschaffen und direkt daneben gibt es ein Kiosk. Wer entscheidet da nicht, sich gemütlich dort niederzulassen und der Schimpansenfamilie beim spielen zuzuschauen? Luzi staunte, daß die Affen im Grunde die gleichen Spielsachen haben wie Menschenkinder. Sogar die hier oft anzutreffende Drehstange, an der die größeren Mädchen oft tolle Akrobatik vollführen, gab es für die Affen.

Wir waren uns danach einig, daß eine weitere Safari ein Muß ist. Es war auch kaum Wartezeit und so bestiegen wir nach der Zebragondel nun eine im Giraffendesign. Das Mädel, das den Einstieg koordiniert und die Besucher nach Sprachen in die Gefährte sortiert, erkannte uns sogar wieder und freute sich, dass wir eine zweite Runde drehten. Wir machten es uns gemütlich, hatten noch ein Käffchen für die Reise dabei und genossen es, nochmals über Bären und anderes Getier zu schweben. Die Löwen hatten ihren Schlafplatz geändert und lagen nun an einer anderen Stelle unter Kiefern im Gras. Und nochmals überkam uns sehr stark das Jurassic Parc feeling, v.a. als die Gondel einmal stoppte.....

Wir kamen aber wohlbehalten wieder an, die Mädels winkten uns zum Abschied und wir (ich und der Rest der Familie notgedrungen im Schlepptau) steuerten zum Abschluß des Tages nochmals die Delfinlagune an. Herrlich ruhig war es dort, nur wenige Leute hatten sich noch hierher verirrt und wir konnten diese wunderbaren Tiere noch eine Weile beobachten, bis wir freundlich aber bestimmt um 18h heraus gebeten wurden.

Scheeeee war´s!

1 Kommentar:

  1. Hört sich echt gut an, Euer Zooausflug. Und was für ein Glück, dass Ihr die Safari wohlbehalten überstanden habt... ;-)

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