Mittwoch, 31. Juli 2013

Tag 10: Wohin als nächstes?

So richtig sonnig wollte es morgens noch nicht sein, die Vorhersage gelobte allerdings Besserung.
Von Vimmerby verabschiedeten wir uns heute, ich hatte noch kurz überlegt, Astrid Lindgrens Geburtshaus zu besichtigen, fand aber keine Mehrheit im Familienrat. Wir beschlossen, Richtung Westen zu den beiden größten Seen, Vättern und Vänern zu fahren. Unterwegs war Luzi mit uns begeistert am "Ich sehe was was Du nicht siehst" spielen, Ferdinand schlief eine ganze Weile und das Wetter wurde in der Tat besser. Wir rollten durch grüne, von Steinmäuerchen begrenzte Wiesen, zwischen denen immer wieder kleine Laubwäldchen standen, viele Birken voe allem. Ein falunrot leuchtender Hof mit den typischen weiß gestrichenen Fenstern und Giebeln nach dem anderen zierte die Landschaft, Kühe und Pferde grasten auf den Wiesen.
So kamen wir nach Husqvarna, schon einem Vorort von Jönkoping, der Stadt ganz im Süden des Vättern Sees. Kurze Abstimmung, ob wir uns Jönkoping ansehen wollen (hier wurde das Zündholz erfunden und es soll ein sehr nettes Museum dazu geben) oder den ortsansässigen IKEA durchstöbern sollen (einer der Gründer des Möbelhauses stammt aus der Sadt), aber letztlich lockte ein im Internet sehr angepriesener Campingplatz nahe des Tiveden Nationalparks, einem "Urwald" im Norden zwischen den großen Seen.
Daß dies eine weise Entscheidung war, wußten wir, als wir den letzten freien Stellplatz ergattert hatten und erst kurz zuvor noch österreichische Camper überholt hatten, die aller Wahrscheinlichkeit nach das gleiche wollten.
Der Platz gefiel uns sofort, mit Liebe zum Detail (sogar auf das Pissoirhäusl weist ein hübsches Holzschild hin), Blumen und - bisher noch auf keinem Platz gesehen - bunt gestreiften kleinen Teppichen in den Waschräumen, Rottöne bei den Damen, blau bei den Herren.
Wir wohnen hier direkt am Spielplatz,  noch nicht einmal über einen Weg muß Luzi rüber. Und ca. 200m durch den Wald liegt der See "Unden", an diesem Abend ein abenteuerlicher weil wellengepeitschter, wild-schöner Anblick.  Ein breiter Holzsteg ragt etwas in den See hinein und dort hatten unsere Kinder die größte Gaudi im Wind. Luzi konnte plötzlich wieder rennen und hat ihr wehes Knie vergessen.
Eine Hand voll Stellplätze liegen sogar unten am See und dort sind auch zwei feste Feuer- bzw. Grillplätze sowie eine rustikale Grillhütte. Ich glaub wir haben es gut getroffen hier!



Dienstag, 30. Juli 2013

Tag 9: Astrid Lindgren Welt

Regen, zum ersten Mal so richtig in diesem Urlaub. Immerhin war ich wieder einigermaßen auf den Beinen.  Luzi konnte nach wie vor nicht richtig laufen, wir waren aber recht sicher, daß sich das im Park schnell legen würde. Also wurden doch mal etwas wärmere Klamotten rausgekramt, Regenjacken übergeworfen, für Ferdi gabs das Verhüterli für den Kinderwagen und wir starteten den zweiten Versuch mit der Astrid Lindgren Welt.
Trotz nur 16ºC und Regen herrschte ordentlicher Andrang und wir ließen uns dann auch wenig stören von dem bissl Wasser. Als ich gerade Karlssons Häuschen auf dem Dach inspizierte und er unvermittelt hinter mir stand, mich anquatschte und umarmte, da war mir doch der Regen wurscht!
Markus fieberte eher der Begegnung mit der leibhaftigen Pippi entgegen. Als diese dann erfolgreich ihren Papa vor den Piraten gerettet hatte und auf der Hoppetosse den Jubel der Menge entgegennahm, war auch er glücklich.
Und unsere Kinder?
Ferdi ist noch nicht wirklich Zielgruppe (Kjartan hat uns bereits prophezeit, daß wir in 3-5 Jahren zurückkommen werden) und Luzi, tja Luzi litt doch noch recht unter ihrem schmerzenden Knie, vor allem wenn es ums Laufen oder andere eher unbequeme Dinge ging. Auf wundersame Weise schien der Schmerz zu verschwinden, sobald sie auf das riesige Bett aus der Geschichte von Nils Karlssons Däumling geklettert war und dort sogar herumhüpfte. Der Effekt war leider nicht nachhaltig.
Wir sahen auch Michel von Lönneberga, der hier Emil heißt,  bei einigen seiner Späße auf dem Hof Katthult zu, schlenderten durch die Krachmacherstraße und lugten in die Häuser von Lottas Familie und Tante Berg.
Alles dort ist sehr liebevoll im 60iger Jahre Stil gestaltet, z.B. auch eine nette Bäckerei, in der wir gegen Ende einkehrten und in der original alte Zeitschriften, Jukebox, Kinderwagen dekoriert und auch das Personal entsprechend ausstaffiert war.
Natürlich gab es auch Lädchen mit Merchandise zu sämtlichen Figuren aus Astrid Lindgrens Geschichten ... ich hätte Luzia in ein entzückendes Madita Kleidchen stecken können oder als kleine Ronja Räubertochter wieder aus dem Park mitnehmen können.  Das einzige, was ich suchte, war jedoch Lottas Teddy, der eigentlich ein Schweinchen ist. Dieses süße Plüschtier hat sie von ihrer Patentante Claudia geschenkt bekommen und es vor ein paar Wochen vermutlich zu Hause so gut versteckt,  daß es bisher niemand wieder gefunden hat. Im Park hatte ich es dann in einem Bücherregal entdeckt, allerdings war es das letzte Ausstellungsstück, es ist nachbestellt aber noch nicht geliefert.
So gab es dann nur eine Kleinigkeit, ein Pippi Malbuch.
Ach ja, und gegen Ende kam die Sonne raus!
Auf dem Heimweg jagten wir schnell noch Grillwürstel und ein paar Krabben und saßen abends tatsächlich noch schön draußen.





Die beste Übersetzung bisher :)


Montag, 29. Juli 2013

Tag 8: Ausfall von 50%

Der Tag fing ja noch einigermaßen ok an, wenn auch mit zwei knatschigen Kindern. Luzia brach alle Nas lang in Gebrüll aus wegen ihres einen Knies, das ihr weh tat. Ferdinand war solidarisch und plärrte mit. Mir ging es so lala, die Brust tat schon ordentlich weh, aber ich dachte, es würde gehen.
Gestern Abend war ich noch mit Anita und Kjartan in Kontakt gewesen, dem Norwegischen Pärchen, das wir auf auf Rogers und Heidis Hochzeit kennen gelernt hatten. Sie waren mit ihren Kindern schon vorgestern hier angekommen und schon im Park gewesen, aber wenigstens auf ein Frühstück wollten wir uns treffen. Gesagt, getan und es wurde richtig nett. Das sind zwei so offene und herzliche Menschen, mit denen man sofort quatschen kann und mit denen auch die Kinder schnell einen tollen Draht haben. Luzi brauchte heute noch etwas länger, sie war ja schwer verletzt,  aber nach dem leckeren Frühstück verschwand sie mit Maia, der etwa gleichaltrigen Tochter der Beiden, in deren Hütte und die zwei spielten ganz wunderbar miteinander.
Gegen 11h hiess es Abschied nehmen und uns zog es in die Astrid Lindgren Welt. Anfangs schien es noch zu gehen. Nach vielleicht einer Stunde ging es bei mir wieder mit Gliederschmerzen los, dann haute ich mir noch zweimal die Birne am Dach eines Picknicktisches an, Ferdi knatschte und wollte nicht trinken, die Titte tat eh schon weh, ich zitterte vor Schüttelfrost, fieberte wohl auch, Luzi war wegen ihres Knies sowieso unerträglich ... da war es dann vorbei bei mir. Markus bekam die Ansage, dass das heute nix wird mit seinem Date mit Pippi und er mich stattdessen ins Krankenhaus fahren darf. Ich hatte einfach keine Lust auf ewiges selber Rumdoktern, zudem noch im Wohnwagen auf engstem Raum und im Urlaub. Nö, in dem Fall lieber ein Antibiotikum und schnell wieder fit sein.
Die Berliner Ärztin, die mich behandelte und die trotz langjährigen Aufenthaltes in Straubing ihren ursprünglichen Dialekt nicht verbergen konnte, bestätigte meine Vermutung und verschrieb mir ein Antibiotikum. Zwischen zwei Sprachen hin- und herwechselnd sprach sie zwischendurch die Schwester auch mal auf Deutsch an, was bei dieser für leichte Verwirrung sorgte. Ich war froh, mit einem Rezept zur Apotheke marschieren zu können und warf gleich im Auto die erste Pille ein. Den Rest des Nachmittags verkroch ich mich im Bett und versuchte meiner redseligen Tochter, die auch schlafen wollte, aber wohl versäumt hatte, dies ihrem Mundwerk mitzuteilen, klar zu machen, daß ich wirklich Ruhe brauchte. Zum Abendessen stand ich mit auf, bissl besser ging es schon, trotzdem zog es mich früh ins Bett. Blieb abzuwarten, ob nun Mutter oder Tochter schneller genesen würden und wir den Besuch im Park nachholen könnten. Netterweise hatten wir bei unserem frühen Aufbruch Freikarten für einen weiteren Besuch bekommen.
Mit Anita und Kjartan

Sonntag, 28. Juli 2013

Tag 7: Vimmerby wir kommen

Das ist dann wohl Urlaub: das einzige Ziel morgens ist, möglichst bald loszufahren, und dann wird es doch wieder nach 10h, bis die Strasse uns sieht.
Und selbst das war nicht enspannt genug, hab ich doch glatt vergessen, ein Bild von einem mit Blumenrabatten umgebenen Wohnwagen zu machen. Mann Mann Mann, ob ich da mal so richtig reinwachse?
Unser Ziel heute war Vimmerby, wo Astrid Lindgren aufgewachsen ist und zu ihren wunderbaren Geschichten inspiriert wurde.
Ein Stück weit folgten wir noch der Küste und  machten in einem kleinen Ort am Hafen unsere Mittagspause. Dort fiel Luzi auf ihre frisch verheilten Knie und es war erst mal Verarzten angesagt. So kam die großzügig gepackte Reiseapothekenkiste mal zum Einsatz mit Wundspray und Pflaster. Später führte die Route weg vom Meer ins Landesinnere und auf der Fahrt merkte dann plötzlich ich, daß ich wohl wieder Mal auf eine Mastitis, sprich Brustentzündung, zusteuere. Gliederschmerzen, Schüttelfrost etc., die alten Bekannten waren wieder da. Ganz abgesehen von der schmerzenden Brust.
Natürlich war der Campingplatz direkt an der Astrid Lindgren Welt, einem Vergnügungspark mit den Figuren aus ihren Geschichten und Nachbauten der Häuser, Villa Kunterbunt & Co., voll, aber am anderen Ortsende fanden wir einen hübschen Platz an einem Badesee. Ich wollte nur noch ins Bett und ne Runde schlafen. Später war ich wenigstens noch unternehmungslustig genug für eine Platzrunde. Wir schauten uns den Badestrand an, an dem sich bis Sonnenuntergang das abgehärtete Volk planschend vergnügte. Lustige Sitten kann man da beobachten, z.B. eine Mutter, die ihren Kindern vor Verlassen des  Wassers schnell nen Klecks Duschgel in die Hände gibt, damit sich die Brut im See noch wäscht.  Was wohl die Fische dazu sagen?
Ich war dann doch froh, als ich im Bett lag und mich ausruhen konnte.
Mittagsstop an der Ostküste

Samstag, 27. Juli 2013

Tag 6: Camping ist toll

Markus durfte heute Morgen bei sanftem Meeresrauschen seinen Geburtstag beginnen. Er sah dabei recht zufrieden aus. Vielleicht lag das aber auch am Cappucchino im Bett oder dem Geburtstagsständchen von Luzi und mir.
Wir holten frische Semmeln und durften nochmal in der Sonne frühstücken.  Danach ging es allmählich ans Zusammenpacken und sobald das sichtbar war, fanden sich schnell Nachmieter für unser Meergrundstück, die mit Campingstuhl auf der Straße auf ihre Chance warteten. Ich fotografierte noch meinen Favoriten dieses Platzes, ein Vorgarten-Gartenzwergensemble der heftigen Art, dann gings gegen 11:30h auf die Straße. Irre, wie lange man dann doch braucht!
Immer die Küste entlang mit Ziel Vimmerby, das wir aber heute nicht mehr erreichen würden.  Stattdessen verließen wir gerade mal Skåne und erreichten die Provinz Blekinge, wo wir einen netten Campingplatz an einem See bzw. sehr geschützter Bucht fanden. Vorher noch durch einen Bau-Supermarkt gestiefelt und ein paar Dinge besorgt, nach dem Aufbau Geburtstagskaffee mit schwedischen süßen Teilchen und von Luzi zusammengestellten Schokonüsschen. Abendessen brauchten wir dann nicht mehr.
Ab 18h gabs Musik und Tanz, der Hit für Luzi, die schon auf der Wiese vor dem Wohnwagen zu tanzen anfing. Als ich später zum Abspülen in die blitzsaubere Küche ging, wälzte sich auf der Tanzfläche eine Riesenpolonaise im Kreis. Lustig, die Schweden!
Die Kinder schliefen gegen 21:30h und wir saßen noch bei einem Glaserl Wein draußen. Um uns herum lauter recht beeindruckende Wohnwagen, v.a. einer hatte es uns angetan. Ein irre langes Teil, bestimmt über 9m, innen hing glitzernd der Kronleuchter von der Decke.  Wir gingen eine kleine Platzrunde und lugten mal rein ... voll dekoriert, Bilder an der Wand, hinterleuchtete Küche, blau elektrifizierter Dekostern am Fenster und daneben das Zugfahrzeug, das selber schon fast Wohnmobilausmaße hatte.
Wieder zurück war das Dekothema noch nicht erledigt, auch weil ich heute beim Einkaufen offenbar den Eindruck erweckt hatte, unnützen Kram zu kaufen (dabei waren das nur zwei entzückende Haken im Vintage-Stil). Und dann fiel der Satz des Tages: "Camping ist toll" sagte mein Mann, bestand allerdings darauf, ihn korrekt zu zitieren und den Satz nicht aus dem Zusammenhang zu reißen. 
Also gut, camping ist toll, weil schlicht, einfacher als zu Hause und ohne viel Schnickschnack.
... Warte du nur, wir sind noch nicht lange unterwegs ... :)
Morgenidyll mit Aussicht

Freitag, 26. Juli 2013

Tag 5: Ales Stenar die 4.

Der Morgen graute, zumindest zunächst,  ganz wie der Wetterbericht das vorgesehen hatte. Schon beim Frühstück kitzelten Luzi die ersten Sonnenstrahlen in den Augen, was bei dem eh schon knatschigen Kind nicht zur Verbesserung der Laune führte,  erinnerte es sie doch daran, wie sie gestern ihre neue Sonnenbrille versehentlich unwiederbringlich aus dem Autofenster katapultiert hatte (sie wollte sie kühlen....).
Es blieb ein supersonniger Tag und wir schwangen uns auf die Räder.  Ziel war Kåseberga und dort die alte Steinsetzung Ales Stenar. Ich war dort vor 10 Jahren mal von Ystad aus hingeradelt und dieser Ausflug ist mir bis heute als etwas ganz Besonderes im Gedächtnis.  Oben auf der Anhöhe die großen Steine in Schiffsform gesetzt, rundherum Wiese bis zur steil abfallenden Sandklippe und dem Meer, ständiger leicht salzig feuchter Wind, der Effekt dieser Mischung auf mich ist klar: ich will bleiben!
Das zweite Mal war ich vor 9 Jahren mit einer Freundin dort und vor 7Jahren schließlich hatte ich schon einmal Markus dort hinauf geschleppt. Heute fand ich es einfach wunderschön, dass ich meinen beiden Kindern diesen Platz zeigen konnte.
Eine weitere Hauptattraktion bildeten dort heute jede Menge Paraglider, die zum Teil gewagt knapp an der Klippe entlangflogen, flotte Wendemanöver vollführten und wieder zurückkamen. Mal oberhalb von uns, mal auf Augenhöhe und mal eine Etage tiefer. Da waren Typen dabei, die derart knapp über den Boden flogen, dass sie mit ihrem Allerwertesten kurz aufkamen, ehe sie sich wieder in die Höhe schwangen. War toll zum Zusehen, ab und an wurde auch mal ein Hej oder Winken zwischen Piloten und uns Flugunfähigen ausgetauscht.
Irgendwann war noch bei jedem Besuch ein Abschied gekommen, heute fiel es mir recht leicht, bin ja bisher auch immer wieder zurückgekehrt.
Noch ein Eis am Hafen, dann wieder losgestrampelt. Mein Töchterchen auf dem Halbradl, das an meinem festgemacht wird, musste ich bisweilen recht intensiv anfeuern, damit sie auch ordentlich mitstrampelte. Ansonsten wurden die Anstiege mit dem zusätzlichen Gewicht doch anstrengend. Und die Kröte machte des öfteren Pause, wusste aber nicht, dass ich das Leerlaufgeräusch höre. Wir legten auf halbem Weg noch eine Kaffee- und Kuchenpause ein in einem zauberhaften Café mit verwinkeltem Haus und Garten, verteilt verschiedenste Sitzgruppen, kaum eine wie die andere. Drinnen Kuchenbuffett, man nimmt sich selbst, zahlt, nimmt noch Kaffee und Wasser mit free refill und sucht sich ein Plätzchen.  Die Kinder waren super gelaunt, wir alberten herum und hatten einfach Spaß.
Schließlich lockte dann aber doch das Meer, es war wieder richtig heiß geworden. Wir hüpften ein bissl in den Wellen herum und Luzi hatte einen Riesenspass dabei, am Strand mit Markus rumzusausen, quietschend vor den Wellen wegzulaufen und im Sand zu buddeln. Ferdi genehmigte sich einen Drink und schlief dann in der Strandmuschel, so dass wir drei alle zusammen planschen konnten.
Im Nullkommanichts wars nach 18h und Zeit, den neuen Klappgrill einzuweihen. Würstel lagerten schon genug im Kühlschrank, dazu gabs Salat und Kartoffeln, dazu den herrlichen Blick auf die Klippe von Kåseberga und, mit Hilfe des Teleobjektivs bestätigt, die Steinsetzung.

Donnerstag, 25. Juli 2013

Tag 4: Stellplatz mit Aussicht

Beim Frühstück heute hatte ich eine Vision, und zwar die eines Wohnmobils, das abreiste. Ist jetzt mal nichts sooo Ungewöhnliches auf einem Campingplatz. Das Gefährt hatte allerdings ein Nummernschild, das mir bekannt vorkam. Gestern Abend hatte ich noch etwas neidisch draufgeschaut, und zwar vom Strand aus, denn es stand in der ersten Reihe mit unverparkbarem Meerblick.
Markus schaltete sofort und wir warfen sozusagen unser Handtuch (2 Campingstühle) auf den frei gewordenen Platz, machten unser Wohnwägelchen provisorisch fahrtauglich und kurvten zum Strand. Es reisten tatsächlich noch mehrere Camper ab und die Ablösen warteten schon gierig. Da nahmen sich Deutsche und Schweden auch nichts. Wir bekamen ein Traumplätzchen und ein Dauergrinsen für die nächsten Stunden. Genial, kochen mit Meerblick, essen mit Meerblick, spielen mit Meerblick,  schlafen mit Meeresrauschen. Wir verbrachten die erste gute Tageshälfte - heute etwas bewölkt aber regenfrei - am Meer und fuhren am Nachmittag nach Ystad zum bummeln und Eis essen. Ferdinand hatte auch ersten Eiskontakt und fand es durchaus genießbar.


Blick aus der Küche
Jetzt grad, es ist 22:42h, sitzen wir noch draussen, das letzte Tageslicht verschwindet und es wird allmählich kühl. Werden uns also nun vom Meer in den Schlaf rauschen lassen.


Mittwoch, 24. Juli 2013

Tag 3: 1. Mal Campingplatz

Brave Kinder!!!! Wir durften bis kurz vor 8h schlafen! Bis wir so halbwegs durchs Bad waren, kam René schon mit dem Radl vom Bäcker und richtete das Frühstück auf der Veranda her. Duschen war herrlich und dann saßen wir gemütlich draußen. Hab ich schon erwähnt,  daß wieder ein heißer Sommertag anstand? Wir haben es offenbar gut erwischt mit dem Wetter!
Noch ein paar Tipps notiert, Mitbringsel verteilt, ein Buch über die Naturschönheiten Skånes mit phantastischen Landschafts- und Tieraufnaumen bekommen und los ging es mit dem Ziel Campingplatz am Meer. Ich wollte schon immer an der Südküste campen, wo es wunderschöne Sandstrände gibt, die landeinwärts von duftenden Kiefernwäldern gesäumt werden. Der erste Platz, den wir ansteuerten, war voll, der zweite Versuch in Löderup, nahe Ales Stenar, hatte Erfolg. Wir fanden ein Plätzchen. Und zwar buchstäblich,  denn dort werden keine Reservierungen gemacht, die schicken einen einfach los und wenn man ein Plätzchen findet und in unserem Fall eben auch einen freien Stromanschluss, dann passt es.
Also zogen wir zum ersten Mal so richtig auf einen Campingplatz und - wie kann es anders sein - haben gleich Superprofihardcorecamper neben uns, mit Zaun und jeder Menge Geranien in Töpfen.
Ein kleiner Strandspaziergang vor dem Abendessen, unterhaltsames Abspülen (wie kommt man eigentlich an warmes Wasser?) und eine sehr komisch aufgelegte Tochter, die jede Menge Faxen macht, so hatte ich mir den Urlaub ausgemalt und so kann er gerne weitergehen.
... die Füße müssen locker sein :)
Witziges Motorradgespann neben uns beim Einchecken

Dienstag, 23. Juli 2013

Tag 2: Hej Sverige!

Unser Bett - fast für alle lang genug
Quickborn begrüßt uns mit einem  sonnigen Morgen und wir brechen verglichen zu den vorherigen Tagen richtig zeitig auf: der Wohnwagen rollt kurz nach 9:00h aus dem gepflegten Rentnerviertel heraus und auf den Parkplatz des nächsten Aldi. DM gibt es erst wieder in Neumünster, mangels offensichticher Drogeriemarktalternative steuert Markus also wider besseren Wissens unser 12-Meter-Gespann in die Neumünsterer Innenstadt, schmeißt mich dort raus und patroulliert von da an regelmäßig dort vorbei, da an Anhalten dort nicht zu denken ist. Auf seiner vierten Runde komm ich endlich vom Shoppen wieder. Wir sind jetzt auch stolze Besitzer einer Wäscheleine, eines Plastik-Kaffeehandfilters sowie zweier Kaffeelöffel.  Nicht dass wir zu Hause nicht mehr als genug davon haben, aber man kann schließlich nicht an alles denken, was auf den Packlisten steht.
Päuschen nach dem Lille Belt
Später wird mich ein Freund fragen, wie um Himmels Willen wir es schaffen konnten, von Hamburg bis Malmö derart lange zu brauchen...Neumünster ist ein Teil der Antwort!
Die Kinder sind heute sehr brav und waren wir morgens noch überzeugt,  die nächste Nacht auf dänischem Boden zu verbringen, so peilen wir ab Nachmittags doch eine späte Ankunft in Malmö an. Wir kommen gut voran, Mittagspause ist noch in Deutschland wieder an einem See, das Nachmittagseis gibt es dann schon in Dänemark,  kurz hinter Lillebelt bei einem MacDoof (sorry Coco, der Boykott funktioniert noch nicht so ganz...) und eine letzte Abendessenspause legen wir hinter der wirklich beeindruckenden Fahrt über die Store Belt Brücke ein. Der Rastplatz bietet einen wirklich tollen Spielplatz, auf dem Luzi sich nochmal etwas austoben kann nach der vielen Sitzerei im Auto und auch Ferdi hat schon seinen Spass beim Schaukeln.

Store Belt
Und dann kommen die letzten Kilometer bis Kopenhagen. Mich überkommt doch immer wieder ein eigenartiges Gefühl,  wenn ich dort ankomme. Vor genau 10 Jahren im Juni war ich das erste Mal beruflich in Malmö und flog immer nach Kopenhagen, um dann mit dem Zug über die Öresundbrücke nach Schweden zu fahren. Ende August 2003 ging ich dann für 4 Monate beruflich nach Malmö und es war eine sehr, sehr schöne und für mich heilsame Zeit, in der mich das Skandinavienvirus endgültig erwischt hat.
Dieses Mal präsentiert sich die Brücke im Abendlicht mit einem beeindruckenden, riesengroßen Fast-Vollmond. Von links grüßt der Turning Torso, das Hochhaus, das vor 10 Jahren gerade gebaut wurde und von dem ich nur einen Steinwurf entfernt im neuen Viertel Västra Hamnen wohnte.

Öresundbrücke
Wir fahren gleich weiter nach Lund und von da nach Södra Sandby zu einem sehr guten Freund und ehemaligen Kollegen wo wir gegen 22:30h nach fast 21h Fahrt seit Zankenhausen ankommen. Mittlerweile haben wir uns schon mehrmals gegenseitig besucht und auch heute gibt es einen Platz für unser rollendes zu Hause, ein kaltes Bier im Kühlschrank und einen Ratsch, bevor wir gegen 00:30h in die Koje fallen.
  

  

Montag, 22. Juli 2013

Tag 1: Noch immer in D



Die erste Nacht im Wohnwagen war besser als befürchtet (so interpretiere ich zumindest Markus' Aussage dazu am Morgen). Als ich jedenfalls ab 6:15h Ferdi bespasste, konnte ich Mann und Tochter noch eine ganze Weile beobachten, wie sie selig schlummerten.
Ich kochte dann den ersten Wohnwagencappucchino und beglückwünschte mich selber nochmal zur Entscheidung,  den Milchaufschäumer mitgenommen zu haben.
Wir frühstückten dann noch gemütlich mit Melanie und Ida und fuhren gegen 10h los.
Juijuijui, des ziagt si ganz ordentlich, wenn man so mit 80-100 Deutschland der Länge nach durchquert!
Mittags waren wir im Raum Kassel und fanden in einem recht netten Ort namens Holzhausen ein schattiges Plätzchen mit Bankerl, Wiese und plätscherndem Brunnen. Dort wurde die Picknickdecke ausgerollt und Brotzeit gemacht. Luzi spielte am Brunnen und ruinierte das zweite Kleid innerhalb einer Stunde, Ferdi quiekste glücklich am Boden auf der Decke. Die Pause tat richtig gut, kurz drauf nahmen wir noch einen Kaffee mit und ein Eis und weiter gings.
18:30h Bade und Futterpause am Kirchhorster See, nahe Hannover. Markus und die Kinder sind schon zum See marschiert (wir haben auf der Autobahn vorhin 36ºC gesehen...) und ich koch noch die Nudeln fürs Abendessen.
Während die Nudeln abkühlen (sollen als Salat enden) planscht Familie Liegl Couturier fröhlich im See. Herrlich nach der Hitze während der Fahrt.  Gegessen wird im Wohnwagen, dann die Kinder bettfertig gemacht. Lustig sieht das aus, als Luzi schon im Nachthemd den Modellfliegern auf dem Parkplatz zuschaut und - natürlich noch im Staub wühlt.
Wir fahren dann noch ein Stück durch die Nacht, Flensburg wirds zwar nicht mehr, aber Hamburg lassen wir noch recht elegant hinter uns (einen gähnend leeren Elbtunnel wünscht sich tagsüber wohl so manch einer) und nächtigen schliesslich in einem sehr netten Wohngebiet, dessen einladendem Seitenstreifen wir nicht widerstehen können. 
Brotzeit in Holzhausen
Abendliche Runde im Kirchhorster See

Sonntag, 21. Juli 2013

Tag 0: Packwahn

Und plötzlich ist es so weit. In ein paar Stunden soll es losgehen.  Zu Hause sieht es noch nach großem Chaos aus, auf der Terrasse fühlt es sich wie ein normaler Sonntag Morgen an.
Wäre da nicht dieser Riesenwohnwagen in der Einfahrt.
Auf geht's, Ferdi ist satt und ich hab keinen Grund mehr, länger hier zu sitzen.
Es ist nun 14:31h und wir entern gerade die Lindauer Autobahn. Sehr krass, es geht wirklich los!!!
15:07h: erster Pieselstop
16:00h: späte Mittagspizza.
17:00h: Die Idee, das erste Nachtlager bei Freunden nahe Würzburg aufzuschlagen, keimt. Gedacht, getan. Supernetter, spontaner Sommerabend bei Melanie, Jan, Ida und seit 8 Wochen auch Oskar. Die 4 hatten bisher keine Ahnung, dass sie quasi auf dem Weg nach Schweden wohnen ;).
Jetzt, 23:30h, liegen wir endlich in unserem Wohnwagenbett und finden das alles sehr spannend!!!

Samstag, 20. Juli 2013

Tag -1

Guten Morgen! Ich teste grad die mobile Version, funzt anscheinend auch! Mein zauberhafter Sohn hat diese Nacht über weite Strecken zum Tag gemacht, nun sitz ich mit den Kindern unten und warte darauf, dass der lebensrettende Kaffee fertig wird.
Ach ja, die Männer der Familie sind verschnupft.

Freitag, 19. Juli 2013

Tag -2: Der Wohnwagen ist unser!

Es wird ernst! Vor ein paar Stunden haben wir unser rollendes zu Hause in Empfang genommen! Ein über 7m langer Wohnwagen ist ab Sonntag für 5 Wochen unser Heim und soll uns aus Oberbayern über Dänemark nach Schweden bringen und wieder zurück, wobei ich an die Heimreise noch lange nicht denke!
Die ersten Kilometer hat Markus schon wunderbar mit Gespann zurückgelegt und sogar das Einparkmanöver bergauf in unsere Einfahrt hat bestens geklappt. Da steht das gute Stück jetzt und wartet darauf, morgen von uns beladen zu werden.
Ich freu mich, Luzi ist auch schon ganz aufgeregt, Ferdinand weiss noch nichts von seinem Glück und Markus wirkt noch recht gelassen.

Tja, und da ich so ein Tagebuchschreiber bin, v.a. in Urlauben, dachte ich mir, machste diesmal nen Blog. Vielleicht liest ja wer mit? Ich bin gespannt...


Die erste Kurve

Jetzt sitz ich hier grad noch um 22:49h und werkele an der Sommermütze fürs Töchterchen. Ich hoff, ich bekomm die noch fertig genäht bis Sonntag, sie hat sie sich gewünscht.